13.09.2006 16:06
Als Domainhaber bekommt man oft seltsame Post. Auch heute wieder lag ein Schreiben im Briefkasten, diesmal ist es nicht Verisign, sondern das »Internet Register Österreich - für gewerbliche Teilnehmer«. Mit der Bitte um Rücksendung fragt der Dienst freundlich um drei Suchbegriffe, unter denen die AT-Domain in diesem Verzeichnis eingetragen werden soll. Die Antwort kann sogleich per Fax an eine kostenlose 0800er-Nummer erfolgen, oder über einen beiliegenden Briefumschlag.
Wo ist der Clou? Vielleicht das Kleingedruckte, das unscheinbar am Formular schlummert.
Die Anzeige wird mit 958 Euro jährlich berechnet und ist jeweils nach Rechnungsstellung im Voraus zu bezahlen Der Auftrag gilt für die nächsten drei Jahre ab Auftragsdatum und verlängert sich um ein weiteres Jahr, wenn er nicht drei Monate vor Ablauf schriftlich gekündigt wird.
Nun, 2874 Euro sind für einen Eintrag auf einer Website mit JPEG-Artefakten und PageRank 0 nicht gerade ein Pappenstiel, zumal ein allgemeiner Eintrag per Webformular kostenlos ist. Die Gegenleistung besteht hier anscheinend nur darin, unter drei zusätzlichen Suchbegriffen in diesem Register vertreten zu sein.
Das Geschäftskonzept der Deutschen Adressdienst GmbH, das offensichtlich weder in Österreich noch im Ursprungsland Deutschland viele Freunde findet, beschäftigt anscheinend auch viele weitere Blogger, darunter auch viele Juristen.
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